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Ausflug Tafel: Bauernhof und Kinderkochkurs

Text: Heide Güldenfuß, DRK Migrationsberatung

Am Dienstag, den 29.07.2014 war es endlich soweit. Der lange geplante Ausflug fand endlich statt. Natürlich hatte niemand damit gerechnet, dass es ausgerechnet am Tag vorher einen Dauerregen geben würde und so sahen wir unserem Ausflug mit gemischten Gefühlen entgegen.

Aber unser Reisemobil kam pünktlich und es war auch noch trocken, so dass wir hofften, dass es doch noch mit unseren Aktionen klappen könnte. Gemeinsam mit 8 Kindern machten wir (, Frau Göttel, Frau Jung, Frau U. Müller, Frau Weidelich und Frau Güldenfuß)uns auf den Weg und fuhren über Hauptstuhl, Hütschenhausen nach Elschbach. Im Ort gab es erst einmal etwas Verwirrung - ja wo ist denn jetzt der Bauernhof? - aber schließlich fanden wir ihn dann doch.

Im Hof stand schon ein Anhänger mit Kartoffeln und diese wurden sortiert und in Säcke gefüllt. Wir waren also am richtigen Ziel angekommen. Frau Sprau begrüßte uns herzlich und stellte sich vor. Um Kartoffeln ernten zu können, braucht man natürlich auch Werkzeug und so wurde der Schubkarren damit beladen. Wir nahmen eine Kartoffelhacke - wozu diese gebraucht wird - kommen wir später, einen Korb und Säcke mit. Dann mussten wir nur noch den Kartoffelacker finden und so liefen wir durchs Dorf und Richtung Feld. Endlich kamen wir am Kartoffelacker an und dann kam die Kartoffelhacke zum Einsatz. Sie wird gebraucht um die Kartoffelstöcke aus der Erde zu hacken und damit die Kartoffeln ans Licht zu bringen. Wichtig ist, dass die Kartoffeln so lange in der Erde bleiben, bis Sie reif sind, da sie, wenn sie mit Licht in Berührung kommen, grün werden und dann nicht mehr gegessen werden sollen. Frau Sprau bzw. Moritz erklärten uns genau, wie es gemacht wird und dann durfte jedes Kind einmal die Hacke benutzen. Die Kartoffeln wurden dann im Korb gesammelt und anschließend in die Säcke geschüttet. Das war vielleicht ein Spaß und die Kinder waren voller Eifer dabei. Und dann gab es auch noch eine ganz besondere Kartoffel zu entdecken - stellt euch mal eine lila (!) Kartoffel vor - aber tatsächlich, es gibt so eine Kartoffel und sie ist sogar essbar.

Als wir genügend Kartoffeln geerntet hatten, wurden die Kartoffelhacke, Säcke und Korb wieder auf den Schubkarren gepackt und dann ging es zurück zum Bauernhof. Dort durften wir dann auf einen Kartoffel - Vollernter klettern und dann ging es zu den Tieren. Die Familie Sprau besitzt 60 Milchkühe und hat auch einige Kälbchen im Stall sowie der ganze Stolz von Moritz - Hasen. Wir bekamen die Melkmaschine erklärt und erfuhren allerlei Wissenswertes über die Arbeit auf einem Bauernhof.

 

Nach soviel Arbeit ist dann natürlich eine kleine Stärkung nötig. Die Familie hatte für uns einen Tisch mit Brezeln, Käsebrezeln, selbstgebackenen Muffins und mit Getränken gedeckt und lud uns zur Vesper ein. Natürlich kam das bei den Kindern und uns gut an und es war leeecker! 

Nachdem wir uns bei Familie Sprau für die tolle "Kartoffelernte" und die herzliche Gastfreundschaft bedankt hatten, wartete wieder der Bus auf uns. Leider konnten wir wegen des schlechten Wetters nicht an den Ohmbachsee fahren und so fuhren wir ins WDZ nach Weilerbach und hielten dort im Foyer unsere Mittagsrast. 

Dann ging die Fahrt weiter ins "Kochwerk" nach Siegelbach. Dort wurden wir vom Koch begrüßt und dann hieß es erst einmal die richtige Kochkleidung anziehen. Ausgerüstet mit T-Shirts, Schürzen und den obligatorischen Kochmützen sowie blauen Plastiküberzügen für die Schuhe, standen wir vor dem nächsten Hindernis - der Hygieneschleuse. Diese sorgte für allerlei Gelächter, manche Hände waren doch sehr schmutzig. 

Zuerst einmal wurden die Hände mit Seife besprüht. Anschließend mussten die Hände solange unter dem fließenden Wasser gewaschen werden, bis die Lampe "orange!!" anzeigt. Die Füße standen dabei auf einem sich bewegenden Band mit Bürsten. Nach dem Händetrocknen kam dann noch das Desinfektionsspray, welches zu verreiben war. Die Ampel schaltete jetzt auf "grün!!" und wir konnten in den Küchentrakt.

Die Kartoffeln wurden erst einmal alle ordentlich gewaschen und dann ging es ans Schälen. Die kleinen Kartoffeln wurden in eine extra Schüssel ausgelesen und zu Pellkartoffeln verarbeitet. Die großen Kartoffeln mussten alle geschält werden. Dann kamen die Reiben zum Einsatz und die Kartoffeln wurden ordentlich gerieben - um daraus Kartoffelpuffer zu machen. Aus den Reststücken wurde Kartoffelbrei zubereitet.

Als wir mit den Kartoffeln fertig waren wurden die Äpfel geschält, denn es sollte noch Apfelmus geben. Hierfür nutzten wir einen Apfelschäler, der die Schale in einem Stück schälte und den Apfel in Ringe schnitt. Der Apfelkern blieb als ganzes auf der Maschine stecken. Die Kinder hatten sehr viel Spaß dabei und reihum ging es immer wieder an die Schälmaschine. Dies war wirklich der Knaller.

Und dann konnten wir endlich kochen, wenn auch in einer etwas größeren Küche als zu Hause.

Kartoffelpuffer

Zu den geriebenen Kartoffeln wurden Eier, Salz, Pfeffer und etwas Muskat gegeben und dann hieß es: alles ordentlich vermengen! Auch das war ein Spaßfaktor für die Kinder.

Kartoffelbrei

Die Kartoffeln wurden in Salzwasser gekocht, Wasser abgeschüttet und dann gestampft. Anschließend wurden etwas Butter und Milch dazugegeben, bis ein schöner Brei entstanden war.

Pellkartoffeln

Die kleinen Kartoffeln wurden mit der Schale in Salzwasser gekocht, bis sie mehlig wurden und dann waren Sie auch schon essbereit.

Apfelmus

Die geschälten Äpfel wurden mit Zucker bestreut und dann gekocht bis sie weich waren. Anschließend wurden sie zerdrückt und das Apfelmus war fertig.

An einem schön gedeckten Tisch wurde dann das selbst gekochte Essen probiert und es schmeckte allen sehr gut. Einige nahmen sogar "Kostproben" mit nach Hause.

 

Es war ein schöner Tag, der uns allerlei Neues kennenlernen ließ und der allen Beteiligten sehr viel Spaß und Freude machte.