Veranstaltung 13.10.14 in der Zehntenscheune Landstuhl

Über die Notwendigkeit einer stationären Hospiz-Einrichtung sprach Dr. Hans-Jürgen Gabriel. Der erfahrene Palliativmediziner betonte in seinem Vortrag, das ein Stationäres Hospiz eine respektvolle und menschenwürdige Alternative im Umgang mit den Sterbenden ist. Die aktive Sterbehilfe lehnt er ab und auch sterbensverlängernde Maßnahmen sind für Ihn kein würdiger Umgang mit todkranken Menschen. „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben“, im Sinne von Cicely Saunders (Begründerin der modernen Hospizbewegung) wird das Stationäre Hospiz in Landstuhl auch den Menschen in der Westpfalz ein besseres Hilfsangebot bieten können. Das Hospiz ist die Ergänzung der seit Jahren aufgebauten Palliativabteilung im Krankenhaus, dort werden die schwerstkranken Menschen medizinisch versorgt um wenn möglich ins Leben entlassen zu werden. Ein Hospiz wird für die aufgenommenen Menschen die letzte Station sein. Ein Ort zum Sterben.

 

Ein Ort, für den es einer besonderen Planung bedarf. Das geplante Gebäudes wurde von Architekt Alexander Blanz dem Publikum in anschaulicher Weise präsentiert. Es werden keine sterilen Räume gebaut, das verwendete Material will eine Atmosphäre des Wohlfühlens vermitteln. Ein „Raum der Stille“ zur Meditation und Wohnräume in denen man nicht alleine ist, wenn man Hilfe und Zuspruch benötigt. Ein Übernachtungsplatz für Angehörige ist in jedem der zehn großzügig geplanten Einzelzimmer möglich. Jeder Raum hat eine eigene Terrasse, die umliegenden Wege grenzen direkt an den vertrauten Pfälzerwald. Die Zimmer sollen zum vertrauten Wohnraum werden, es gibt eine zentral gelegene vollständig ausgestattete Küche, die soweit es den Gästen möglich ist, für ein gemeinsames Kochen bereit steht oder in denen die Angehörige das Lieblingsgericht kochen können. Räume zum Leben am Ende des Lebens. Das Modell ist noch bis Mitte November in der Kreissparkasse Kaiserslautern in Landstuhl zu sehen.

Die überaus rege genutzte Fragerunde wurde von Fördervereinsvorsitzenden Marcus Klein moderiert, der in seiner Begrüßung auf die Wichtigkeit von Spenden hinwies. Eine enge Zusammenarbeit mit den ambulanten Hospizdiensten wurde begrüßt. Marcus Klein freute sich über die anwesenden Vertreter der ambulanten Hospizdienste. Frau Emrich, vom Hospizverein für Stadt- und Landkreis Kaiserslautern betonte die Notwendigkeit der finanziellen Unterstützung für die ambulante Hospizversorgung, die bereits seit Jahren vorbildliche Arbeit leistet und auch mit dem Bau eines Stationäre Hospizes nicht zu ersetzen ist.

 

Der Abend wurde zu einer wichtigen Informationsveranstaltung, die mit organisatorischen und wirtschaftlichen Informationen von Geschäftsführer Michael Nickolaus ergänzt wurden. Für ihn ist das Hospiz zu einer Herzensangelegenheit geworden, und es liegt ihm sehr viel daran, den Bau des Hospizes bald umzusetzen, auch wenn es aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen für den Träger des Hospizes, dem DRK Kreisverband Kaiserslautern-Land e.V. eine finanzielle Herausforderung bleibt, die ohne Spenden nur sehr schwer umzusetzen ist. Denn auch der Betrieb der Einrichtung ist auf die stetige Unterstützung angewiesen, nach gesetzlichen Vorgaben müssen 10% der Kosten durch Spenden aufgebracht werden. Der Abend versicherte allen Anwesenden das Gefühl, das es jede Anstrengung wert ist, der Förderverein Stationäres Hospiz Westpfalz arbeitet weiter daran, seine Unterstützer zu finden und dankt allen Gästen für das große Interesse.

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